Einsatz Ertrinkungsunfall (So 26.07.2020)
Wachdienst am Hörnle am Sonntag, mehrere Einsätze

Einsatz von:
OG Konstanz e.V.
Einsatzart:
Ertrinkungsunfall
Einsatztyp:
WRD stationär
Einsatztag:
26.07.2020 - 26.07.2020
Alarmierung:
Alarmierung per eigene Beobachtung
am 26.07.2020
Einsatzende:
26.07.2020 um 20:30 Uhr
Einsatzort:
Gemarkung Konstanz / Strandbad
eingetroffen um 12:00 Uhr
Einsatzauftrag:
Einsatzgrund:
Eingesetzte Kräfte
  • 2 Gruppenführer
  • 1 Wachleiter/-führer
  • 2 Bootsführer
  • 2 Bootsgast
  • 8 Rettungsschwimmer
  • 4 Sanitäter SAN A/B/C RS RA
  • 10 Wasserretter
0/3/26/29
Eingesetzte Einsatzmittel
- Rettungsboot (RTB) - Adler Konstanz 85/94-5 - KN 1 555
- Rettungsboot (RTB) - Adler Konstanz 85/94-6 - KN 1 420

Kurzbericht:

Am Sonntag beginnt der Tag mit wechselhaftem Wetter, woraufhin der Dienstbeginn am Strandbad auf 12:00 verschoben wird. Das facettenreiche Wetter zeigt an diesem Tag eine große Bandbreite des Spektrums von windig und „grummelig“ bis hin zu traumhaften Badebedingungen. Der anfängliche Wind aus westlicher Richtung und die Wolken laden scheinbar wenig ein zum Wassersport. Das Hörnle ist zu Beginn verhalten besucht. Sup- und Kanufahrer sind kaum auf dem See. Somit sind die Verhältnisse ganz anders als am Vortag. Dennoch soll es ein Einsatzreicher Tag werden.
Auch am Sonntag werden insgesamt 10 Patienten mit Schnittverletzungen und Insektenstichen versorgt.
Um 13:33 werden dann die DLRG Konstanz, der Rettungsdienst und die Feuerwehr Konstanz zu einen Notfall auf dem Wasser alarmiert. Gemeldet wird eine allergische Reaktion infolge eines Bienenstichs. Der Patient befinde sich auf einem Segelboot, welches den Bundesbahnhafen anlaufe. Sofort rücken Einsatzkräfte vom der Wachstation am Hörnle mit unserem kleinen Motorrettungsboot „Piranha“ in Richtung Einsatzstelle aus. Weitere Kräfte besetzten Fahrzeuge, um in den Hafen zu fahren und um weitere und größere Motorrettungsboote der DLRG zu besetzten. Kurze Zeit später meldet der zuerst eingetroffene Rettungsdienst, dass der Patient jetzt im Rettungswagen sei und versorgt wird. Daraufhin können die Einsatzkräfte der DLRG den Einsatz auf der Anfahrt abbrechen und zurück fahren.  
Nachmittags ereignet sich an der Ostseite des Strandbad Horns ein Ertrinkungsunfall. Eine Fußstreife von DLRG Rettungsschwimmern wird auf die Situation aufmerksam und eilt sofort zur Hilfe. Eine weibliche Patientin geht mehrmals unter und droht zu ertrinken. In der unmittelbaren Nähe befindliche Badegäste können bereits das Schlimmste verhindern. Die Rettungsschwimmer bringen die Patientin, eine lebenserfahrene Dame an Land und zur Versorgung in die nahe Wachstation. Dort wird sie von DLRG Sanitätern notfallmedizinisch erstversorgt. Ein im Bad befindlicher Arzt eilt ebenfalls zur Hilfe und unterstützt die Versorgung, bis der alarmierte Rettungsdienst eintrifft. Gemeinsam wird die Transportfähigkeit der Patientin hergestellt und anschließend wird sie in den Rettungswagen gebracht. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie Wasser in die Lungen bekam, wird sie zur weiteren Behandlung und Untersuchung in das Konstanzer Krankenhaus gebracht.
Eine „amüsantere“ Situation ereignet sich später darauf, als sich ein kleines Motorboot in die Badezone verirrt. Sofort eilt ein Motorrettungsboot zur Stelle, um diese aus der Badezone zu verweisen, da mehrere Schwimmer in dessen Bereich unterwegs sind und das junge Paar auf dem Boot etwas überfordert scheint. Sie berichten, dass sie aus Stuttgart kommen, sich das Boot liehen und nun zurück zum Wassersportzentrum Reichenau wollen. Leider wissen sie nicht mehr wo sie sind. Erstmal aus der Badezone erklären wir wo sie sind und wie sie zurück finden. Als sie erfahren wie lange der Weg noch ist, entgegnen sie, dass sie schon lange zurück sein sollten. Wir bitten sie eindrücklich sich beim Bootsverleih zu melden und die Lage zu schildern. Nicht dass wir später noch ausrücken müssen, um nach ihnen zu suchen, weil sie vermisst werden. Dieser bitte kamen sie sogleich nach. Sie berichten weiter, dass man ihnen sagte sie sollen sich immer links halten um die Insel, dann kämen sie einmal Drumherum. Da haben sie wohl eine „Abzweigung“ verpasst. Jetzt heißt es einmal in den Trichter, durch den Seerhein und dann um die Insel Reichenau herum, um wieder an den Ausgangspunkt zu kommen.
Auch an diesem Tag ist der Plan, den Dienst um 19:00 zu beenden, da sich das Bad zunehmend leert und dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Gerade als besprochen wird, was in welcher Reihenfolge aufzuräumen und abzubauen ist, werden die DLRG´en Konstanz und Bodman, sowie die Feuerwehr Konstanz zu einem weiteren Notfall auf dem Wasser alarmiert. Vor Wallhausen seien 2 Sup-Fahrer in Not. Sofort rücken Einsatzkräfte vom Hörnle mit dem kleinen Motorrettungsboot „Piranha“ in Richtung Hafen Staad aus, um dort das sturmtaugliche und schnellere Motorrettungsboot „Albatros“ zu besetzten. Des Weiteren rücken Einsatzkräfte mit dem Fahrzeug vom Hörnle aus in Richtung Einsatzstelle aus, um die Einsatzleitung zu übernehmen. Kurz darauf rücken Motorrettungsboote aus Bodman, Wallhausen und von der Feuerwehr aus. Das zuerst eintreffende DLRG Boot „Albatros“ aus Konstanz läuft zusammen mit dem Boot der Feuerwehr das Polizeiboot 23 an, die sich bemerkbar machen. Die Wasserschutzpolizisten haben die erschöpften Sup-Fahrer bereits an Bord genommen. Diese sind soweit wohl auf und benötigen keine weitere medizinische Versorgung. Die anderen eingetroffenen DLRG Boote können den Einsatz somit abbrechen. Beide Patienten werden zusammen mit ihrem Board vom DLRG Boot „Albatros“ aufgenommen und zurück nahe ans Land gebracht. Sie liehen sich das Board im Strandbad Wallhausen. So müssen sie die letzten 20m auf dem Board, bzw. „schwimmend“ an Land selbst zurücklegen. Dort werden sie vom Rest ihrer Familie in Empfang genommen. Nachdem alle Boote und Einsatzfahrzeuge wieder getankt und für den nächsten Einsatz vorbereitet sind, kann auch die Wachstation am Hörnle ihren Dienst gegen 20:30 beenden.

Ein Einsatz- und arbeitsreiches Wochenende liegt hinter den ehrenamtlichen Helfern der DLRG in Konstanz. Am Hörnle waren wir an diesem Wochenende mit durchschnittlich 19 Helfern und Helferinnen über den Tag verteilt im Dienst und weitern Helfern pro Alarmierung im Einsatz